Unkraut ist nicht gleich Unkraut: In den Wäldern wachsen zahlreiche Wildkräuterarten, aber nur die wenigsten Menschen wissen, dass viele davon essbar sind. Ob in Tees, als kulinarische Bereicherung oder Heilmitteln, Wildkräuter können in den unterschiedlichsten Bereichen angewandt werden. Statt Vorgärten und Wiesen von diesen Pflanzen zu säubern, sollten sie genauer unter die Lupe genommen werden. Die folgenden sieben Wildkräuterarten eigenen sich nicht nur hervorragend in der Küche, sie besitzen auch zahlreiche gesunde Eigenschaften.

Wildkräuter

Gänseblümchen

Bereits ab April sind Wiesen überdeckt mit den hübschen kleinen Blumen. Ist das Wetter akzeptabel, wachsen sie sogar bis in den frühen November. Am besten wäre es aber, die Blumen zwischen April und Mai zu pflücken, da die Blüten während dieser Zeit besonders schmackhaft sind.

Gänseblümchen werden in der Naturheilkunde gerne als Heilkraut eingesetzt, da sie viel Vitamin C und Kalium enthalten. Zudem regen sie den Stoffwechsel an und sind gut für die inneren Organe und Haut.

Das Blümchen ist leicht zu erkennen und besitzt keine nennenswerten giftigen Doppelgänger.

 

Löwenzahn

Löwenzahn zählt zu dem wohl bekanntesten Wildkraut in Europa. Zu ernten gibt es ihn zwischen den Monaten April bis Oktober. Die Pflanze eignet sich hervorragend für verschiedenste Kreationen in der Küche: Bis auf die weiße Milch, die aus den Stängeln austritt, kann alles gegessen werden – sogar die Wurzel! Darüber hinaus wird Löwenzahn auch gerne in Tees verwendet.

Das Wildkraut enthält viel Vitamin A und C – sogar um einiges mehr als ein herkömmlicher Kopfsalat. Zudem wird ihm eine harntreibende und blutreinigende Wirkung nachgesagt. Löwenzahn wird außerdem gerne bei Entschlackungskuren empfohlen.

Beheimatet ist die Pflanze auf allen Wiesen und Wäldern in Europa, gepflückt werden sollte sie jedoch nur auf ungedüngten Wiesen, die sich weit entfernt von stark befahrenen Straßen befinden.

Brennnessel

Die Brennnessel ist ein bekanntes Wildkraut, das aufgrund seiner hautreizenden Eigenschaften oft gerne verteufelt wird. Trotz ihrer Eigenschaften zählt die Pflanze jedoch zu einem wahren Wunderkraut. Wer einen Lieferanten für Eisen, Calcium und Vitamin C sucht, ist bei der Brennnessel genau richtig. Zudem hilft sie bei Rheuma, Gicht, Harnbeschwerden und Hautjucken.

Zu finden ist das gemeine Kraut meist zwischen April und Oktober entweder an Flussufern, Gärten, Wäldern, Wiesen oder Wegrändern.

Die Brennnessel ist unschwer zu verwechseln: alles was nicht brennt, ist auch keine Brennnessel.

Giersch

Das Wildkraut ist auch unter dem Namen Geißfuß oder Podagrakraut bekannt und wird meist nur als typisches Unkraut abgestempelt. Dabei ist Giersch so viel mehr als das: Die Pflanze besitzt nicht nur eine heilsame Wirkung, sondern zählt zudem auch als besonders schmackhaft und gesund.

Das Wildkraut enthält nicht nur mehr Vitamin C als ein herkömmlicher Kopfsalat, die Blätter beinhalten zudem auch große Mengen an Vitamin A, Eisen, Kalzium und Magnesium. Das alte Heilmittel hat sich darüber hinaus als überaus wirksam bei Hexenschüsse, Rheuma, Arthritis und sogar Gicht bewiesen.

Da es zur Familie der Doldenblütler gehört, bevorzugt der Giersch überwiegend schattige und feuchte Orte. Falls er daher nicht im Garten wächst, ist er sicherlich in lichten Laubwäldern oder an Waldränder zu finden.

Die Pflanze besitzt jedoch gefürchtete giftige Doppelgänger wie den Kälberkropf, die Hundspetersilie und den gefleckten Schierling. Da die Blüten im Regelfall fast identisch sind, kann ein Giersch nur an seinem dreikantigen Stiel, dem petersilienartigen Geruch und den dreigeteilten Blättern erkannt werden.

Bärlauch

Der Bärlauch zählt zu einem der bekanntesten Wildkräuter. Die Erntezeit liegt meist zwischen Anfang März bis Mai. Das heimische Kraut bevorzugt schattige, feuchte Böden und wächst daher im Regelfall in typischen Laubwäldern.

Die Pflanze besitzt nicht nur zahlreiche Mineralstoffe und Vitamin C, sie wirkt auch antibakteriell und ist daher für das Immunsystem sehr zu empfehlen. Für die Zubereitung eignen sich nur die Blätter des Bärlauchs.

Vorsicht: Bärlauch Blätter ähneln dem des hochgiftigen Maiglöckchens. Aufgrund des knoblauchähnlichen Geruchs von Bärlauch sind die beiden Wildpflanzen jedoch zu unterscheiden.

Vogelmiere

Vogelmiere wächst ganzjährig und ist überwiegend in sonnigen Standorten wie zum Beispiel Äckern zu finden.

Die Wildpflanze besitzt rund siebenmal so viel Eisen als ein herkömmlicher Kopfsalat und zeichnet sich darüber hinaus durch ihr hohes Magnesium und Kaliumgehalt aus. Auch Vitamin A und C sowie pflanzliches Eiweiß sind reichlich in der Vogelmiere enthalten. Sie wirkt vor allem gegen Rheuma, grippalen Infekten und Husten.

Das frische Kraut eignet sich hervorragend für Salate und Suppen. Zudem ist die Vogelmiere auch als Tee zur innerlichen und äußerlichen Anwendung sehr bekömmlich.

Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem schwach giftigen Ackergauchheil. Darüber hinaus besteht eine Ähnlichkeit mit der Sternmiere oder dem Hornkraut.

Sauerampfer

Sauerampfer sind bekannte Wildkräuter und bevorzugen feuchte Wiesen sowie Uferböschungen, Gärten oder Wegesränder. Geerntet werden können diese Wildpflanzen von April bis November.

Das heilsame Kraut besitzt einen hohen Anteil an Vitamin C und Eisen. Sauerampfer sind zudem sehr wirksam gegen Hautkrankheiten. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung haben sich Sauerampfer bei Fieber, Erkältungen, Wunden oder Kreislaufschwäche als überaus wirksam erwiesen.

Es besteht eine große Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Ahornstab sowie mit anderen Ampferarten, die jedoch nicht giftig sind. Die Blätter des Ahornstabs sind jedoch fester und brennen sofort, sobald sie die Lippe berühren.

Fazit:

Hinter dem Namen Unkraut verbergen sich oft sehr nährstoffreiche Pflanzen. Wer daher das nächste Mal seinen Garten mäht oder einen Spaziergang unternimmt, sollte die Augen nach diesen besonderen Wildkräutern offen halten. Sie gelten nämlich nicht nur als eine kulinarische Bereicherung, sondern besitzen auch zahlreiche heilsame Wirkungen.