Öle zum Braten

Dass man nicht blind alle Speiseöle zum Braten verwenden sollte, wissen die meisten von uns. Gerade bei Olivenöl, ein weltweit sehr weit verbreitetes und natürlich auch gesundes Speiseöl, ist es geläufig, dass man diese Öle nicht zu hoch erhitzen sollte und bestenfalls kalt auf die Speisen gibt. Doch welche Öle gibt es, die man zum Braten verwenden sollte, und sind per se alle Olivenöle dafür ungeeignet? Auf diese und weitere Fragen werden wir in den nächsten Abschnitten eingehen.

Kalt gepresstes und raffiniertes Olivenöl

Wenn wir über Olivenöl sprechen, so ist es in der Tat so, dass man die meisten Olivenöle nicht zum Braten verwenden sollte, vorausgesetzt man erhitzt die Pfanne über 160 Grad. Allerdings bezieht sich dies hauptsächlich auf kalt gepresstes Olivenöl. Hier sollte man das Öl nicht über 160 Grad erhitzen, da sich bestimmte Bestandteile innerhalb des Öls dann zersetzen, was gesundheitsschädliche Nebenprodukte entstehen lässt. Jedoch gibt es auch raffiniertes Olivenöl, welches zugegebenermaßen nicht so stark in Supermärkten vertreten ist, wie die kalt gepresste Variante. Möchte man mit Olivenöl braten, so sollte man jedoch auf raffiniertes Olivenöl setzen. Dieses kann man bis zu 220 Grad erhitzen, ohne dass dabei gesundheitsschädliche Nebenprodukte entstehen. Allerdings gibt es noch weitere Öle, die sehr gut zum Braten geeignet sind.

Kokosnussfett

Kokossfett oder Kokosnuss-Öl eignet sich hervorragend zum Braten, da es sehr stark erhitzbar ist, ohne dass das Öl mit samt seinen Bestandteilen beginnt zu zerfallen. Wenngleich aktuell auch eine Debatte über den gesundheitlichen Nutzen von Kokosnussfett geführt wird, so gibt es dennoch einige Experten und Ernährungswissenschaftler, die sagen, dass gerade die gesättigten Fette innerhalb von Kokosnussfett, gesund sein können, insbesondere für Vegetarier und Veganer. Das setzt natürlich voraus, dass man gesättigte Fette, so wie sie auch in einer hohen Anzahl im Kokosnussöl vorkommen, nicht im Übermaß konsumiert.

Raps- und Sonnenblumenöl

Die wohl am häufigsten genutzten Öle hierzulande sind zweifelsohne Raps- und Sonnenblumenöl. Es ist günstig, schmeckt neutral und wird daher auch sehr oft als Bratfett genutzt. Wenngleich Rapsöl auch etwas gesünder für die meisten Menschen ist, aufgrund des höheren Omega-3 zu Omega-6 Verhältnisses, so gilt für beide Öle, dass diese nur bedingt zum Braten geeignet sind. Rapsöl zerfällt ab einer Temperatur von bereits 140 Grad in weitere, teilweise gesundheitsschädliche Bestandteile und auch Sonnenblumenöl, geht denselben Weg ab einer Temperatur von 175 Grad. Genauer gesagt können dabei sogenannte Aldehyde entstehen.

Bratfett

Betrachtet man Fette und Öle einzig und allein hinsichtlich ihrer Hitzestabilität, so muss man wohl Kokosnussfett und Bratfett den ersten Platz geben, wenn es um Öle zum Braten geht. Problem bei beiden Ölen ist, dass diese nur bedingt dauerhaft und in großen Mengen konsumiert werden sollten. Viele weitere Pflanzenöle hingegen, sind nicht sehr hitzestabil. Wir von unserer Seite empfehlen daher, weiterhin auf die herkömmlichen Pflanzenöle zu setzen und stattdessen schonender zu braten. In Sachen Olivenöl hat man sogar mit der raffinierten Variante, ein äußerst hitzestabiles Öl.

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Wildpflanzen die man essen kann

Unkraut ist nicht gleich Unkraut: In den Wäldern wachsen zahlreiche Wildkräuterarten, aber nur die wenigsten Menschen wissen, dass viele davon essbar sind. Ob in Tees, als kulinarische Bereicherung oder Heilmitteln, Wildkräuter können in den unterschiedlichsten Bereichen angewandt werden. Statt Vorgärten und Wiesen von diesen Pflanzen zu säubern, sollten sie genauer unter die Lupe genommen werden. Die folgenden sieben Wildkräuterarten eigenen sich nicht nur hervorragend in der Küche, sie besitzen auch zahlreiche gesunde Eigenschaften.

Wildkräuter

Gänseblümchen

Bereits ab April sind Wiesen überdeckt mit den hübschen kleinen Blumen. Ist das Wetter akzeptabel, wachsen sie sogar bis in den frühen November. Am besten wäre es aber, die Blumen zwischen April und Mai zu pflücken, da die Blüten während dieser Zeit besonders schmackhaft sind.

Gänseblümchen werden in der Naturheilkunde gerne als Heilkraut eingesetzt, da sie viel Vitamin C und Kalium enthalten. Zudem regen sie den Stoffwechsel an und sind gut für die inneren Organe und Haut.

Das Blümchen ist leicht zu erkennen und besitzt keine nennenswerten giftigen Doppelgänger.

 

Löwenzahn

Löwenzahn zählt zu dem wohl bekanntesten Wildkraut in Europa. Zu ernten gibt es ihn zwischen den Monaten April bis Oktober. Die Pflanze eignet sich hervorragend für verschiedenste Kreationen in der Küche: Bis auf die weiße Milch, die aus den Stängeln austritt, kann alles gegessen werden – sogar die Wurzel! Darüber hinaus wird Löwenzahn auch gerne in Tees verwendet.

Das Wildkraut enthält viel Vitamin A und C – sogar um einiges mehr als ein herkömmlicher Kopfsalat. Zudem wird ihm eine harntreibende und blutreinigende Wirkung nachgesagt. Löwenzahn wird außerdem gerne bei Entschlackungskuren empfohlen.

Beheimatet ist die Pflanze auf allen Wiesen und Wäldern in Europa, gepflückt werden sollte sie jedoch nur auf ungedüngten Wiesen, die sich weit entfernt von stark befahrenen Straßen befinden.

Brennnessel

Die Brennnessel ist ein bekanntes Wildkraut, das aufgrund seiner hautreizenden Eigenschaften oft gerne verteufelt wird. Trotz ihrer Eigenschaften zählt die Pflanze jedoch zu einem wahren Wunderkraut. Wer einen Lieferanten für Eisen, Calcium und Vitamin C sucht, ist bei der Brennnessel genau richtig. Zudem hilft sie bei Rheuma, Gicht, Harnbeschwerden und Hautjucken.

Zu finden ist das gemeine Kraut meist zwischen April und Oktober entweder an Flussufern, Gärten, Wäldern, Wiesen oder Wegrändern.

Die Brennnessel ist unschwer zu verwechseln: alles was nicht brennt, ist auch keine Brennnessel.

Giersch

Das Wildkraut ist auch unter dem Namen Geißfuß oder Podagrakraut bekannt und wird meist nur als typisches Unkraut abgestempelt. Dabei ist Giersch so viel mehr als das: Die Pflanze besitzt nicht nur eine heilsame Wirkung, sondern zählt zudem auch als besonders schmackhaft und gesund.

Das Wildkraut enthält nicht nur mehr Vitamin C als ein herkömmlicher Kopfsalat, die Blätter beinhalten zudem auch große Mengen an Vitamin A, Eisen, Kalzium und Magnesium. Das alte Heilmittel hat sich darüber hinaus als überaus wirksam bei Hexenschüsse, Rheuma, Arthritis und sogar Gicht bewiesen.

Da es zur Familie der Doldenblütler gehört, bevorzugt der Giersch überwiegend schattige und feuchte Orte. Falls er daher nicht im Garten wächst, ist er sicherlich in lichten Laubwäldern oder an Waldränder zu finden.

Die Pflanze besitzt jedoch gefürchtete giftige Doppelgänger wie den Kälberkropf, die Hundspetersilie und den gefleckten Schierling. Da die Blüten im Regelfall fast identisch sind, kann ein Giersch nur an seinem dreikantigen Stiel, dem petersilienartigen Geruch und den dreigeteilten Blättern erkannt werden.

Bärlauch

Der Bärlauch zählt zu einem der bekanntesten Wildkräuter. Die Erntezeit liegt meist zwischen Anfang März bis Mai. Das heimische Kraut bevorzugt schattige, feuchte Böden und wächst daher im Regelfall in typischen Laubwäldern.

Die Pflanze besitzt nicht nur zahlreiche Mineralstoffe und Vitamin C, sie wirkt auch antibakteriell und ist daher für das Immunsystem sehr zu empfehlen. Für die Zubereitung eignen sich nur die Blätter des Bärlauchs.

Vorsicht: Bärlauch Blätter ähneln dem des hochgiftigen Maiglöckchens. Aufgrund des knoblauchähnlichen Geruchs von Bärlauch sind die beiden Wildpflanzen jedoch zu unterscheiden.

Vogelmiere

Vogelmiere wächst ganzjährig und ist überwiegend in sonnigen Standorten wie zum Beispiel Äckern zu finden.

Die Wildpflanze besitzt rund siebenmal so viel Eisen als ein herkömmlicher Kopfsalat und zeichnet sich darüber hinaus durch ihr hohes Magnesium und Kaliumgehalt aus. Auch Vitamin A und C sowie pflanzliches Eiweiß sind reichlich in der Vogelmiere enthalten. Sie wirkt vor allem gegen Rheuma, grippalen Infekten und Husten.

Das frische Kraut eignet sich hervorragend für Salate und Suppen. Zudem ist die Vogelmiere auch als Tee zur innerlichen und äußerlichen Anwendung sehr bekömmlich.

Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem schwach giftigen Ackergauchheil. Darüber hinaus besteht eine Ähnlichkeit mit der Sternmiere oder dem Hornkraut.

Sauerampfer

Sauerampfer sind bekannte Wildkräuter und bevorzugen feuchte Wiesen sowie Uferböschungen, Gärten oder Wegesränder. Geerntet werden können diese Wildpflanzen von April bis November.

Das heilsame Kraut besitzt einen hohen Anteil an Vitamin C und Eisen. Sauerampfer sind zudem sehr wirksam gegen Hautkrankheiten. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung haben sich Sauerampfer bei Fieber, Erkältungen, Wunden oder Kreislaufschwäche als überaus wirksam erwiesen.

Es besteht eine große Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Ahornstab sowie mit anderen Ampferarten, die jedoch nicht giftig sind. Die Blätter des Ahornstabs sind jedoch fester und brennen sofort, sobald sie die Lippe berühren.

Fazit:

Hinter dem Namen Unkraut verbergen sich oft sehr nährstoffreiche Pflanzen. Wer daher das nächste Mal seinen Garten mäht oder einen Spaziergang unternimmt, sollte die Augen nach diesen besonderen Wildkräutern offen halten. Sie gelten nämlich nicht nur als eine kulinarische Bereicherung, sondern besitzen auch zahlreiche heilsame Wirkungen.